Bericht über die Behinderten-Rüstzeit im Juli 2003 - Eriskirch-Moos am Bodensee


Am Montag, den 14. Juli 2003 machten sich einige Mitglieder des CKV und seine Freunde Annaberg e.V. auf den Weg zum Urlaubsziel St. Theresienheim in Eriskirch-Moos am schönen Bodensee. Nach kurzen Startschwierigkeiten konnte die hitzige Fahrt beginnen. Vor uns lagen 550 scheißtreibende Kilometer. Die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite. Elfriede Fritzsche hatte sich auch, wie alle anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr auf die Rüstzeit gefreut und schrieb folgende Zeilen:

Nu is es wieder mol e su weit.

Dreiunddreißig gunge un e wos ältere Teilnehmer komme amarschiert

oder warn schoffiert.

Ene kurze Begrüßing, die muß sei,

dos sei alles reselustige Leit.

Die wolln zur Fischerin am Bodensee.

Dort soll ne Rüstzeit vom 14. - 25.07.03 in Eriskirch-Moos sei.

Nu giehts lus.

Alle Halfer un Rinnen übersterzten sich bald,

un brenge alles Gepäck, Koffer Rucksäck, Beutel un Taschen,

do drinne befinden sich e wing Proviant un e paar Wasserflaschen.

Dos alles ward in die Busse neigerammelt,

die unnernahmungslustigen, neigierichen Insassen

mit un ohne Rollstuhl müssen ah noch neipassen.

"Einsteigen bitte! Hom mer alles miet?"

"Lus giehts, Tiern zu!", noch e mol winken als Abschiedsgruß,

für die, die noch dorham bleibn missen. "Machts gut!"

Nu fahrn mer zur grußen Kreisstadt Annaberg-Buchholz naus,

noch e wing durchs Arzgebirg, Sachsen un durchs Vogtland,

bis an der ehemaligen Grenz, wus noch Bayern neigieht.

So, un guckt eich die Gegnd e win a,

un die schien blumekastengeschmickten Haiser.

Nu kos sichs ner noch um Stunden handeln, un mer sei do.

Dann schreie mer zur "hucha" un "huche",

itze sei mer am Bodensee.

Itze giehts Ausreime lus.

"Dar Koffer un die Tasch gehern mir,

die passen bestimmt gut nei in de Nummer vier."

"Dar blaue Rucksack is meine,

dar tät sich gut machen in dor Nummer neine."

Bläkt ner net su durchenanner,

itze ward erst mol alles schön sortiert

un dann ward ins Zimmer patziert."

War mit wem un wu,

dos is bei uns zum Anfang enner Rüstzeit immer e su.

Abends angekommen wurden wir herzlich empfangen und das Essen machte alle Anstrengungen der Fahrt wieder gut. Die Schwestern waren sehr freundlich, fleißig und gaben sich alle Mühe, den Gästen einen schönen Aufenthalt zu bieten. Die untere Etage des Rüstzeitheims war von unserer Gruppe besetzt. Das Heim besaß eine hauseigene Kapelle, sowie viele Räumlichkeiten zum Besinnen, Basteln, Spielen und Gemeinschaft erleben. Dahinter befand sich eine Gartenanlage umgeben von Obstplantagen.

Gleich am Tag nach unserer Anreise fand eine Vorstellungsrunde statt. Die meisten Teilnehmer kannten sich noch nicht und waren noch etwas "namensunsicher" und gespannt darauf, was sie alles in den nächsten Tagen so erleben würden. Durch die zahlreichen Unternehmungen fanden jedoch alle Teilnehmer zusammen und hatten viel Spaß miteinander. Wir besuchten viele Sehenswürdigkeiten, wie z.B. den Naturschutzpark Eriskirchener Ried, die Bibelausstellung in Meersburg, die blumengeschmückte Insel Mainau und den Pfänder (1064m) mit einer Schwebebahn.

Unter anderem fanden viele Spaziergänge am Seeufer des Bodensees statt, Spiele- und gemeinsame bunte Abende und es wurde viel gesungen, natürlich mit Gitarrenbegleitung. Bibelarbeiten zu verschiedenen Themen und gemeinsames Beten waren natürlich auch großer und wichtiger Bestandteil unserer Rüstzeit und gaben Kraft, Sicherheit und neuen Mut für den kommenden Alltag. Einige bedauerten, dass die Urlaubszeit viel zu schnell vorbei ging. Aber als Trost dafür freuten sie sich schon auf eine nächste gemeinsame Erholungszeit, vielleicht sogar in Eriskirch-Moos.

Nadia Lorenz