Rüstzeit in Erfurt 28.7.-04.08.14





„Auf zur Rüstzeit 2014 nach Erfurt!“

Bibel, Kreuz und Christenpflicht, so was gibt’s bei mir eigentlich nicht.
Nachdem meine Eltern (beide evangelisch) vor vielen Jahren,
sich hatten mit dem Pfarrer in den Haaren.
Heutzutage geht man etwas mehr leger mit diesem Thema einher.
Deshalb machten sich Jan und ich am 28.07., einem Montag auf die Socken,
das Ziel die Rüstzeit in Erfurt sollte uns locken.
Nach einer Fahrt mit Zwischenstopp in Chemnitz und einigen Kilometern lang,
kamen wir in unserer Herberge etwas entfernt der Erfurter City an.
Nur einige Höhepunkte sind hier beschrieben, die mir besonders im Gedächtnis geblieben:

● Besichtigung des Erfurter Doms:
Die sakralen alten Schätze, die hier zu sehen sind, begeisterten sogar mich als Heidenkind.

● Rundgang durch die MDR-Fernsehstudios:
Wie es geht, wenn man Nachrichten oder das Kinderprogramm des KIKA dreht,
das wurde uns während einer Führung von Mitarbeitern verständlich gemacht.
Auch die Rollstuhlfahrer wurden dabei in die richtige Sitzposition gebracht.

● Nach dem Mittagessen stiegen wir wieder in unsere Autos ein,
unser Ziel sollte der EGA-Park in Erfurt sein.
Den ganzen Nachmittag hatten wir für uns allein,
da sollte genug Zeit für Bummeln, Kurzweil oder Eisessen sein.
Schildkröten, Schmetterlinge, tropische Pflanzen wie Kakteen,
gab es in einer Ausstellung zu sehen.

● Besichtigung der Krämerbrücke und des Jüdischen Tauchbades:
Die alte Gasse zur Krämerbrücke hinauf konnte man die kleinen Läden ansehen,
um dann vielleicht mit einem Andenken in der Tasche die Krämerbrücke hinaufzugehen.
Vorher besuchten wir aber noch ein Jüdisches Tauchbad. In einer Führung erfuhren wir hier auch einiges über so manchen alten und längst vergessenden Brauch.

● Der Besuch im Augustiner Kloster war ganz interessant,
weil man hier viel Wissenswertes über Martin Luther fand.
Bei Kuchen oder Eis konnten wir uns im Klosterkaffee noch laben, ehe wir uns auf den Rückweg in unsere Herberge begaben.

● Am letzten Tag, dem Sonntag kamen wir zu unserem Verdruß
auf dem Weg zum Gottesdienst in einer kleinen benachbarten Kirche in einen starken Regenguss.
Den Abend saßen wir mit Wein oder Bier im Glas
noch zusammen und hatten auch so manchen Spaß.
Am Montag, den 04.08. nach dem Frühstück hieß es dann Abschied von Erfurt zu nehmen,
denn wir mussten uns auf die Heimreise begeben.
Mit schönen Eindrücken und Erlebnissen kehrten wir heim und dachten uns:
„Es war doch eigentlich ganz fein!“

Birgit Schuffenhauer mit Sohn Jan
Am Montag, den 28. Juli machten sich die Rüstzeitteilnehmer des CKV Annaberg auf den Weg
in die Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen Erfurt.
Erfurt verdankt der Gera seinen Namen. Die ursprüngliche Bezeichnung des Flusses „Erph“, „Erphesa“ oder „Erpha“ (braunes Wasser) und eine Furt gab dem Ort den Namen. Über tausend Jahre wurde hier Weltgeschichte geschrieben. Viele der Sehenswürdigkeiten konnten wir selbst in Augenschein nehmen.
Eine nette Dame führte uns durch den Dom St. Marien und die Kirche St. Severi. Beide Gotteshäuser stehen direkt auf dem Domberg nebeneinander.
Viele Baustile fügen sich zu einem grandiosen Monument des Glaubens zusammen. Im Dom befinden sich die romanische Muttergottes, die Leuchterfigur Wolfram, die Buntglasfenster und auch das monumentale Wandgemälde mit der Darstellung des hl. Christophorus von 1499.
Mitte der Woche unternahmen wir einen Stadtbummel. Alle überquerten die weltberühmte Krämerbrücke. Sie ist einmalig in Europa. Bis heute wohnen und arbeiten Händler und Kunstgewerbler auf ihr und bieten ihre Waren feil.
Durch ein enges Gässchen gelangten alle Rüstzeitler zur Mikwe. Bei Bauarbeiten entdeckte man die Mauerreste des jüdischen Bades. Dies geschah vor drei Jahren und wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gespannt lauschten wir den Worten des Museumsführers. Er zeigte das rituelle Bad. Ferner erzählte er über das Zusammenleben der Christen und Juden Erfurts. Zum verweilen luden die Straßencafès an jeder Ecke ein. Und somit war die Welt der Kaffeesachsen wieder in Ordnung.
Am nächsten Nachmittag erkundeten die Rüstzeitler das Augustinerkloster zu Erfurt.
1507 wurde hier Martin Luther zum Priester geweiht.
Die Lutherpforte, den Kapitelsaal, den romantischen Renaissancehof, die Kirche mit dem „Hohen Chor“ sowie die Räume der Mönche konnten wir sehen. Es ging Treppauf und Treppab.
Unsere Helfer hatten alle Hände voll zu tun. Im Hof konnten alle Kaffee trinken oder Eis essen. Ich kenne diesen Ort noch als Ruine. Ein Bombenangriff vom 25.02.1945 zerstörte die Bibliothek und forderte 267 Menschenleben. 2010 war der Neubau fertig. Über Schönheit aber lässt sich streiten …
Spannend wurde es am folgenden Tag. Ein Besuch im Funkhaus des MDR Thüringen stand auf dem Plan. Hautnah und live erlebten wir, wie eine Nachrichtensendung produziert wird. Die Technik dabei ist einfach überwältigend. Studios, Mischpult, Bluebox, Beleuchtung, Kulissen und Kostüme konnte man anschauen. Das ganze Haus ist barrierefrei gebaut. Ohne Probleme rollten die Rüstzeitteilnehmer von Raum zu Raum. Ein tolles Erlebnis…
Gleich neben dem Gebäude des MDR befindet sich das Gelände der EGA (früher IGA). Es ist immer wieder ein Augenschmaus für Garten- und Blumenfreunde, durch die Anlagen und Rabatten zu schlendern. Einen ganzen Nachmittag besuchten wir die Ausstellung.

Am Sonntag besuchten wir eine kleine Dorfkirche. Ein verträumter Ort, aber typisch thüringisch. Der Zugang der Kirche gestaltete sich recht abenteuerlich. Jedoch, wenn die Sachsen kommen, ist das Gotteshaus überfüllt. Dennoch feierten wir einen wunderschönen Abendmahlsgottesdienst.

Das Thema unserer Rüstzeit lautete: Mose und seine Weggefährten. Durch Lesen der „Heiligen Schrift“ und Auseinandersetzung mit ihr, wurden heiße Diskussionen und Gespräche geführt. Jeder konnte seine Meinung äußern und Bezüge zur Gegenwart herstellen.

Spiel und Spaß sowie Basteln trugen zum harmonischen Miteinander bei.

Fazit: Es waren schöne Tage, welche viel zu schnell vorübergingen.

Vielen Dank für alles.    Eure Mary Beyer