„Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ (Lukas 19,10)

Menschen und Gott auf der Suche

Im Sommer sind viele Menschen auf der Suche. Die einen suchen Schatten, die anderen jeden Sonnenstrahl oder die Erfrischung im Freibad.

Manchmal verlieren wir etwas und suchen es wie verrückt. So habe ich fast 1 Jahr lang einen Schlüssel vermisst und überall gesucht. Leider ohne Erfolg. Trotzdem war ich mir ziemlich sicher, dass ich ihn nicht verloren hatte. Schließlich tauchte er unerwartet in einem Fach unter einem Stapel Papier auf, wo ich zumindest jede Woche hineinschaue. Der Schlüssel war wieder da. Ich war erleichtert.

Suchen ist eben Teil unseres Lebens. Ob es um die Suche nach einer Parklücke, einem Schlüssel, den richtigen Partner oder was auch immer geht.

Für manche vielleicht überraschend – und doch wunderbar und frohmachend ist – dass auch Gott auf der Suche ist. Auf der Suche nach Menschen, die verloren sind. Auch auf der Suche nach Lebensbereichen in uns, wo wir uns verloren, einsam oder mutlos fühlen. Gott ist auf der Suche.

Er parkt uns nicht in einer Garage ab und sagt: Hauptsache meine Schäfchen stehen trocken und warm. Sondern er macht sich auf. Gott ist aktiv und sucht nach uns.

Das wird deutlich in der Geschichte des Zachäus, der als verrufener Zöllner auf dem Baum sitzt und Jesus von Ferne beobachtet. Die Menschen verachten Zachäus. Jesus lädt sich selbst bei Zachäus zu Tisch ein. Dort findet er das Heil in Gott. Und aus dem verlorenen Zachäus wird ein gesuchter und gefundener Mensch.

Das zeigt etwas von dem, was Gott in seinem Herzen antreibt. Verlorene zu suchen. Uns zu suchen, wo wir wie im Dunkeln sitzen und den Weg ins Licht nicht finden.

Oder auch innerlich neue Fenster und Türen aufstoßen, wo wir neue Perspektiven entdecken können.

Die kommende Jahreszeit lädt ein für Gott solche Freiräume zu schaffen, in denen ER uns finden kann und wir uns finden lassen. Denn auch in einer großen Gesellschaft anwesend – können wir doch innerlich abwesend sein. Das gilt auch für unser Glaubensleben.

Persönlich verlangt es Gott danach, uns zu suchen und zu finden.

Geben wir ihm doch Raum dafür. Denn es wird uns segnen und Gott glücklich machen.

Ihnen und Euch eine gesegnete Herbstzeit!

Ihr/ Euer Pfarrer Thomas Stiehl

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