Liebe Freunde des CKV Annaberg.

Im Krankenhaus. "Ich bringe Ihnen gleich die Bettpfanne!", meint die Krankenschwester fürsorglich. Die Patientin zornig: "Was, muss man sich sein Essen hier auch noch selber kochen?"

Krankenhaus-Aufenthalte können einen schon ganz schön an die Grenzen bringen. Ich denke, viele von Euch können da eigene Geschichten erzählen. Manche von euch wissen ja, dass auch unsere Familie seit Jahresbeginn ein Krankenhaus-Abo ihr Eigen nennt. Wir haben ganz schön zu kämpfen mit dieser Situation, die sich jetzt hoffentlich bald dem Ende entgegenneigt.

Keiner hat Lust auf Krankenhaus – auch wenn sich das Pflegepersonal unheimlich Mühe gibt, die medizinische Behandlung sinnvoll und hoffentlich hilfreich ist und die Bettnachbarn zumindest verträglich. Und es gibt ja noch jede Menge anderer Situationen abgesehen von Krankheit, die das Leben alles andere als feierlich verlaufen lassen.

Ich möchte euch ein paar Gedanken mitteilen, der mir in letzter Zeit geholfen haben. Ich habe sie von Paulus, dem bedeutendsten Autor von biblischen Büchern, dem großartigen Theologen, dem tiefsinnigen (und manchmal langatmigen) Prediger und an dieser Stelle vor allem: dem mutigen Kämpfer für Jesus Christus schwierigsten Situationen. (2 Kor 11,22-29) Echt hardcore, was dieser Mann so durchstanden hat! Mich beeindruckt, dass er den Schwierigkeiten geradezu trotzig etwas Gutes abgewinnen konnte.

     1. Die Kraft der Gnade (2 Kor 12,7-10)

Manche können vielleicht in schwierigen Zeiten den großen Helden geben. Aber meistens tritt man im Leiden wenig stattlich auf. Die Grenzen sind oft deutlich zu erkennen. Paulus erkennt genau darin eine Stärke. Wo meine Grenzen zu Tage treten, meine Kraft am Ende ist, meine Zuversicht schwindet – dort ist die Kraft Gottes oft deutlicher erkennbar. „Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2 Kor 12,9) Das hat Paulus in solchen Zeiten gelernt. Diese Kraft ist ein Geschenk, das ich mir nicht verdient habe. Die eigene Leistungsfähigkeit ist ganz offensichtlich kein Kriterium dafür. Das ist Gnade, die ich konkret erfahre.

     2. Jesus tiefer verstehen (Phil 3,10+11)

Paulus ist neugierig. Er möchte im Leiden Jesus besser kennen lernen, tiefer verstehen, neu entdecken. Dort wo ich am Boden liege, wird die Kraft der Auferstehung über meinem Leben stehen. Paulus erfährt diese Kraft – aber auch die tiefe Verbundenheit mit Jesus im Schmerz. Auch das Kreuz lernt er neu kennen.

     3. Mit Jesus zum Leben (Rö 8,17)

Für Paulus ist gerade der schwierige Lebensweg ein Weg auf das Leben zu. Bei Problemen sieht er die Leiden von Jesus vor Augen und merkt: Ich gehe die schweren Schritte in einer tiefen Verbundenheit mit Jesus und werden wie er am Ziel ankommen. Mein Ziel ist gut und das kann mir niemand nehmen.

Ich gebe zu, dass ich an diesen Aussagen ganz schön zu knaupeln habe. Aber Christsein ist ja ein Weg der Nachfolge. Ich taste mich langsam vor und wünsche mir, dass ich tiefer glauben, stärker hoffen, ehrlicher klagen und getröstet in Schwerem sein werde. In Gedanken sind wir dir, wenn du vielleicht gerade eine schwere Zeit (im Krankenhaus) durchmachen musst. Sei dir gewiss: Jesus lässt dich nicht hängen.

Ich grüße euch mit einem kleinen Witz zum Schluss: Ein Politiker liegt im Krankenhaus und erhält folgende Karte: "Wünschen mit 119 gegen 37 Stimmen gute Genesung. Die Fraktion!"

Pfarrer Tobias Frauenlob

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